CRM-Wechsel zu Bitrix24: die Checkliste, damit wirklich alles mitkommt
CRM-Wechsel zu Bitrix24: die Checkliste, damit wirklich alles mitkommt
Wenn Sie kurz vor einem CRM-Wechsel stehen, ist die größte Sorge meist nicht die neue Software – sondern die Frage: Kommt beim Umzug wirklich alles mit? Genau hier scheitern viele Projekte. Nicht, weil ein CRM-Umzug zu Bitrix24 technisch unmöglich wäre, sondern weil niemand vorher sauber inventarisiert hat, was eigentlich übernommen werden soll.
Dieser Beitrag gibt Ihnen eine abhakbare Checkliste an die Hand: von der Vorbereitung über Datenexport, Mapping und Validierung bis zu Automatisierungen, Schnittstellen und Go-Live. So behalten Sie als Entscheider den Überblick und vermeiden den Klassiker, dass nach dem Wechsel plötzlich Notizen, Historie oder ein halbes Vertriebsteam an Daten fehlen.
Eine Vorbemerkung aus der Praxis: In Kundenprojekten sehen wir häufig, dass nicht der Import das Problem ist, sondern die fehlende Vorbereitung davor. Wer die folgenden Punkte ernst nimmt, hat den Großteil der Arbeit bereits erledigt.
Vorbereitung & Inventur: Was haben Sie überhaupt?
Bevor Sie auch nur eine Zeile exportieren, machen Sie eine ehrliche Inventur Ihres bestehenden Systems. Welche Objekte führen Sie heute? Typischerweise sind das Kontakte, Firmen, Deals beziehungsweise Verkaufschancen, Aktivitäten, Notizen, Dokumente und oft auch eigene benutzerdefinierte Felder.
Listen Sie pro Objekt auf, welche Felder Sie tatsächlich nutzen – nicht, welche existieren. Erfahrungsgemäß schleppt jedes gewachsene CRM Dutzende Felder mit, die niemand mehr pflegt. Ein CRM-Wechsel ist der ideale Moment, diesen Ballast zu hinterfragen, statt ihn blind nach Bitrix24 zu übertragen.
Klären Sie außerdem die organisatorischen Fragen: Wer sind die zukünftigen Nutzer, welche Rollen und Rechte braucht es, und welche Prozesse sollen im neuen System abgebildet werden? Diese Inventur ist die Grundlage für alles Weitere – und der Punkt, an dem sich entscheidet, ob der Umzug sauber wird.
Datenexport: vollständig und nachvollziehbar
Im zweiten Schritt holen Sie die Daten aus dem Altsystem. Die meisten CRM-Systeme bieten einen Export als CSV oder Excel, manche zusätzlich eine API. Achten Sie darauf, wirklich alle relevanten Objekte zu exportieren – und nicht nur die Kontaktliste, weil die am leichtesten zu finden ist.
Kritisch sind die Verknüpfungen: Ein Deal hängt an einer Firma, eine Aktivität an einem Kontakt. Stellen Sie sicher, dass Ihr Export eindeutige IDs enthält, über die sich diese Beziehungen später wieder herstellen lassen. Geht diese Verbindung verloren, haben Sie zwar alle Daten, aber kein zusammenhängendes Bild mehr.
Dokumentieren Sie jeden Export: Datum, Datensatzanzahl, Quelle. Diese Zahlen brauchen Sie später für die Validierung. Wenn Sie aus einem konkreten System wechseln, lohnt ein Blick in die spezifischen Eigenheiten – etwa beim Umzug von HubSpot zu Bitrix24, wo Deal-Historie und Lifecycle-Stufen besondere Aufmerksamkeit verlangen.
Mapping & Bereinigung: der wichtigste Schritt
Das Feld-Mapping entscheidet über Erfolg oder Chaos. Hier ordnen Sie jedes Feld aus dem Altsystem einem Zielfeld in Bitrix24 zu. Standardfelder wie Name, E-Mail oder Telefon sind unkritisch. Spannend wird es bei Ihren individuellen Feldern – die müssen Sie in Bitrix24 vorab als benutzerdefinierte Felder anlegen, sonst haben die exportierten Werte kein Zuhause.
Nutzen Sie diesen Moment konsequent zur Bereinigung. Dubletten, veraltete Datensätze und unvollständige Einträge sollten Sie vor dem Import beseitigen, nicht danach. Es ist deutlich einfacher, eine Tabelle zu putzen, als ein bereits gefülltes CRM. Wie Sie Dubletten von vornherein vermeiden und die Datei sauber aufbereiten, lesen Sie im Leitfaden zur Vorbereitung des CSV-Imports.
Legen Sie außerdem eine klare Dublettenstrategie fest: Welches Feld ist der Schlüssel, an dem Bitrix24 erkennt, ob ein Kontakt bereits existiert? Meist ist das die E-Mail-Adresse oder die Telefonnummer. Ohne diese Festlegung riskieren Sie, dieselben Kontakte mehrfach anzulegen.
Import & Validierung: erst testen, dann produktiv
Importieren Sie niemals direkt den kompletten Datenbestand in Ihr produktives Bitrix24. Starten Sie mit einem Testimport einer kleinen, repräsentativen Stichprobe – etwa einige Dutzend Datensätze, die unterschiedliche Fälle abdecken. So sehen Sie früh, ob Umlaute korrekt ankommen, Felder richtig zugeordnet sind und Verknüpfungen stehen.
Stand Juni 2026 erreichen Sie die Importfunktion grob über den CRM-Bereich und die jeweilige Listenansicht; die genauen Menüpunkte können sich je nach Tarif und Version unterscheiden – orientieren Sie sich an der aktuellen Oberfläche statt an einem festen Klickpfad.
Für die Validierung gleichen Sie die dokumentierten Zahlen aus dem Export mit dem Ergebnis im neuen System ab. Stimmt die Anzahl der Kontakte, Firmen und Deals? Sind die Beziehungen korrekt verknüpft? Stichproben auf Feldebene zeigen, ob Inhalte vollständig übernommen wurden. Erst wenn der Testimport sauber durchläuft, fahren Sie den vollständigen Import.
Automatisierungen & Schnittstellen: nicht kopieren, neu denken
Ein häufiger Trugschluss: dass sich Automatisierungen aus dem alten System einfach mit umziehen lassen. Das ist nicht der Fall. Workflows, Regeln und Trigger müssen Sie in Bitrix24 neu aufbauen. Das klingt nach Mehraufwand, ist aber eine Chance – meist haben sich im Altsystem über die Jahre Automatisierungen angesammelt, die heute niemand mehr braucht.
Inventarisieren Sie daher, welche Automatisierungen wirklich geschäftskritisch sind: automatische Lead-Zuweisung, Follow-up-Erinnerungen, Statuswechsel. Diese bilden Sie in Bitrix24 mit den dortigen Bordmitteln nach. Wo die nativen Automatisierungen an Grenzen stoßen, kommen externe Werkzeuge ins Spiel.
Gleiches gilt für Schnittstellen: E-Mail, Telefonie, Buchhaltung oder Website-Formulare müssen Sie neu anbinden. Planen Sie das frühzeitig ein, denn eine fehlende Anbindung an ein Drittsystem fällt erst im Tagesgeschäft auf – und dann ist es unangenehm. Ehrlich gesagt ist dieser Punkt oft der zeitintensivste am ganzen Umzug.
Go-Live & Schulung: der Tag, an dem es zählt
Der technisch sauberste Umzug bringt nichts, wenn das Team das neue System nicht annimmt. Planen Sie den Go-Live bewusst: Legen Sie einen Stichtag fest, ab dem nur noch in Bitrix24 gearbeitet wird, und frieren Sie das Altsystem als Nur-Lese-Archiv ein. So vermeiden Sie, dass parallel zwei Systeme gepflegt werden und die Datenbestände auseinanderlaufen.
Schulen Sie Ihre Nutzer vor dem Stichtag, nicht danach. Schon eine kompakte Einführung in die für sie relevanten Abläufe senkt den Frust erheblich. Benennen Sie eine Ansprechperson im Haus, die in der Anfangszeit Fragen sammelt und beantwortet.
Halten Sie das Altsystem nach dem Go-Live noch eine Weile zugänglich, bis Sie sicher sind, dass wirklich nichts fehlt. Dieser Sicherheitsabstand kostet wenig und nimmt enorm Druck aus der heißen Phase.
Häufige Fragen
Was sollte ich vor dem Umzug bereinigen?
Bereinigen Sie vor allem Dubletten, veraltete und unvollständige Datensätze sowie ungenutzte Felder. Es ist deutlich einfacher, die Exportdatei zu putzen, als das bereits gefüllte CRM. Nutzen Sie den Wechsel bewusst als Anlass, den über Jahre angesammelten Datenmüll loszuwerden – Sie nehmen sich sonst Altlasten mit, die Sie eigentlich hinter sich lassen wollten.
Wie teste ich, ob alles vollständig ist?
Dokumentieren Sie beim Export die genaue Anzahl der Datensätze pro Objekt und gleichen Sie diese nach dem Import in Bitrix24 ab. Ergänzen Sie das durch Stichproben auf Feldebene: Sind Inhalte vollständig, stehen Umlaute richtig, sind Verknüpfungen zwischen Kontakten, Firmen und Deals erhalten? Ein vorgeschalteter Testimport mit einer kleinen Stichprobe deckt die meisten Probleme auf, bevor sie den gesamten Bestand betreffen.
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