Wo liegen meine Bitrix24-Daten? Serverstandort prüfen und dokumentieren
Wo liegen meine Bitrix24-Daten? Serverstandort prüfen und dokumentieren
“Aber wo liegen unsere Daten eigentlich?” – diese Frage kommt in fast jedem Projekt irgendwann auf den Tisch, oft vom Datenschutzbeauftragten oder spätestens dann, wenn ein größerer Kunde einen Nachweis verlangt. Verständlich: Bei einem CRM, in dem Kontaktdaten, E-Mails und Aufträge zusammenlaufen, ist der Bitrix24 Serverstandort keine technische Randnotiz, sondern ein zentraler Baustein Ihrer DSGVO-Dokumentation.
Die gute Nachricht für datenschutzbewusste Unternehmen: Der Standort lässt sich klar bestimmen und nachvollziehbar belegen. Sie müssen dafür nicht raten und auch keine vagen Marketing-Aussagen übernehmen. Entscheidend ist die richtige Domainzone bei der Anmeldung – und ein paar Minuten Arbeit, um das Ganze für Ihre Akte sauber festzuhalten.
In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie Sie herausfinden, wo Ihre Bitrix24-Daten gespeichert sind, was es mit dem EU-Hosting in Frankfurt auf sich hat und wie Sie das so dokumentieren, dass Sie auf die Frage “Wo liegen die Daten?” jederzeit eine belastbare Antwort haben.
Welche Domainzone, welcher Standort
Der wichtigste Hebel beim Datenstandort von Bitrix24 ist die Domainzone, die Sie bei der Erstellung Ihres Accounts wählen. In Kundenprojekten sehen wir häufig, dass dieser Schritt unbewusst nebenbei passiert – und genau dort entscheidet sich, in welcher Region die Cloud-Daten verarbeitet werden.
Bitrix24 betreibt für unterschiedliche Regionen unterschiedliche Rechenzentren. Für Kunden im DACH-Raum ist die europäische Zone relevant, bei der die Daten innerhalb der EU verarbeitet werden. Die Wahl der Zone ist eine Grundsatzentscheidung: Ein nachträglicher Wechsel der Region ist nicht trivial und in der Cloud nicht einfach per Klick möglich. Wer von Anfang an Wert auf einen EU-Standort legt, sollte das also schon bei der Account-Erstellung berücksichtigen – Stand: Juni 2026.
Praktisch heißt das: Bevor Sie produktiv mit Daten arbeiten, lohnt sich ein kurzer Blick darauf, welcher Region Ihr Account zugeordnet ist. Diese Information finden Sie in den Konto- bzw. Datenschutzeinstellungen Ihres Portals (grobe Orientierung, Stand: Juni 2026; die genaue Bezeichnung der Menüpunkte kann sich ändern).
EU-Hosting (Frankfurt) erklärt
Für den europäischen Markt setzt Bitrix24 auf ein Hosting innerhalb der EU; als Standort wird hier üblicherweise Deutschland bzw. der Raum Frankfurt genannt. Das ist aus DSGVO-Sicht ein gewichtiges Argument, denn die Datenverarbeitung findet damit im Geltungsbereich der europäischen Datenschutz-Grundverordnung statt.
Wichtig ist allerdings, hier sauber zu unterscheiden: “EU-Hosting” bedeutet, dass die Speicherung und Verarbeitung Ihrer Inhalte in der europäischen Region erfolgt. Das ist nicht dasselbe wie die Aussage, dass keinerlei Beteiligte außerhalb der EU im Spiel sind. Je nach Konstellation können – wie bei vielen internationalen SaaS-Anbietern – Unterauftragsverarbeiter beteiligt sein. Welche das konkret sind und unter welchen Garantien sie tätig werden, ergibt sich aus dem Auftragsverarbeitungsvertrag und den zugehörigen Unterlagen des Anbieters. Diese Dokumente sollten Sie sich für Ihre Bewertung in jedem Fall ansehen, statt sich allein auf den Standort-Begriff zu verlassen.
Der ehrliche Hinweis aus der Praxis: Der Serverstandort ist ein wichtiger, aber nur ein einzelner Baustein. Auf die Frage “Ist Bitrix24 sicher?” gibt der Standort allein noch keine vollständige Antwort – dazu gehören auch Themen wie Verschlüsselung, Zugriffsrechte und Ihre eigene Konfiguration. Den Standort sollten Sie deshalb als Teil eines größeren Compliance-Bildes verstehen.
Nachweis für die Datenschutzdokumentation
Für Ihr Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten und für Auskünfte gegenüber Kunden reicht es nicht, den Standort zu “wissen” – Sie sollten ihn belegen können. Wir empfehlen, an dieser Stelle einmalig sauber zu dokumentieren und das Ergebnis abzulegen, statt bei jeder Nachfrage neu zu recherchieren.
Bewährt hat sich in der Praxis dieser schlanke Nachweis:
- Screenshot der Regions-/Datenschutzeinstellung Ihres Portals, auf dem die zugeordnete Region erkennbar ist (mit Datum).
- Verweis auf den abgeschlossenen Auftragsverarbeitungsvertrag und die darin genannten Verarbeitungsorte sowie Unterauftragsverarbeiter.
- Eintrag im Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten, der CRM-System, Anbieter und Verarbeitungsregion benennt.
Wenn Sie den AVV noch nicht abgeschlossen haben, holen Sie das vorab nach – in unserer Anleitung Bitrix24 AVV richtig abschließen gehen wir den Prozess Schritt für Schritt durch. Der Serverstandort und der AVV sind ohnehin zwei Punkte derselben Liste; eine vollständige Übersicht finden Sie in unserer DSGVO-Checkliste für Bitrix24.
On-Premise als Alternative
Manche Unternehmen wollen sich nicht auf die Cloud-Region eines Anbieters verlassen, sondern volle Datenhoheit – etwa wegen besonderer Branchenanforderungen oder interner Vorgaben. Für diese Fälle gibt es die selbstgehostete On-Premise-Variante von Bitrix24.
Bei On-Premise liegt die Software auf einem Server Ihrer Wahl: im eigenen Rechenzentrum oder bei einem Hoster, den Sie selbst bestimmen. Damit beantworten Sie die Standortfrage praktisch selbst, weil Sie genau wissen und festlegen, wo die Daten physisch liegen. Das ist der maximale Grad an Kontrolle.
Diese Kontrolle hat allerdings ihren Preis: Sie übernehmen die Verantwortung für Betrieb, Updates, Backups und Sicherheit. Für viele KMU ist die EU-Cloud deshalb der pragmatischere Weg, während On-Premise dann sinnvoll wird, wenn Datenhoheit und Anpassungstiefe oberste Priorität haben. Ob sich dieser Schritt für Sie lohnt, beleuchten wir ausführlich in unserem Vergleich Bitrix24 Cloud oder On-Premise.
Was Sie Kunden mitteilen sollten
Spätestens wenn Ihre eigenen Kunden datenschutzsensibel sind, werden Sie nach dem Standort gefragt. Kommunizieren Sie hier ruhig und faktenbasiert: Benennen Sie die Verarbeitungsregion (EU bzw. Deutschland für europäische Accounts), verweisen Sie auf den bestehenden AVV und machen Sie transparent, dass Unterauftragsverarbeiter unter den dort dokumentierten Garantien eingebunden sein können.
Vermeiden Sie dabei Pauschalversprechen wie “alle Daten liegen zu 100 % nur in Deutschland und niemand außerhalb hat je Zugriff”, solange Sie das nicht aus den Anbieterunterlagen sauber belegen können. Eine ehrliche, belegbare Auskunft schafft mehr Vertrauen als eine zu starke Aussage, die im Zweifel nicht haltbar ist – und sie schützt Sie selbst.
Häufige Fragen
Liegen .de-Daten wirklich in Deutschland?
Für europäische Accounts erfolgt die Verarbeitung in der EU-Region, als Standort wird hier typischerweise Deutschland bzw. der Raum Frankfurt genannt (Stand: Juni 2026). Maßgeblich ist die Region, der Ihr Account zugeordnet ist – nicht allein die Endung der Adresse. Prüfen Sie deshalb die Regionseinstellung in Ihrem Portal und gleichen Sie sie mit den Angaben im AVV ab, statt sich nur auf die Domain zu verlassen.
Wie dokumentiere ich das rechtssicher?
Halten Sie den Standort mit einem datierten Screenshot der Regions-/Datenschutzeinstellung fest, verweisen Sie auf den abgeschlossenen AVV samt der dort genannten Verarbeitungsorte und tragen Sie das CRM in Ihr Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten ein. Diese Kombination ist in der Praxis eine solide Grundlage. Ob sie für Ihren konkreten Fall vollständig ausreicht, beurteilt im Zweifel Ihr Datenschutzbeauftragter oder eine Fachberatung.
Sie möchten den Datenstandort und Ihre DSGVO-Dokumentation für Bitrix24 nicht allein zusammenstellen? Wir richten die passenden Punkte mit ein – oder begleiten Sie dabei. Jetzt Kontakt aufnehmen.
Hinweis: Dieser Beitrag bietet praxisnahe Orientierung und ersetzt keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung. Im Zweifel ziehen Sie bitte eine Fachberatung hinzu.
Bitrix24 in Ihrem Unternehmen richtig nutzen?
Lassen Sie uns unverbindlich über Ihre Prozesse sprechen.
Kostenlose Erstberatung